Klare Sache beim Schlusslicht

Von Rainer Jüttner

Es wurde der erwartet klare Sieg gegen das punktlose Schlusslicht der Rugby-Regionalliga, doch letztlich war Union-Trainer Richard Dietrich mit dem 50:3 bei der SG Jesteburg/Geesthacht nur leidlich zufrieden. “Auf den ersten Blick scheint das ganz okay zu sein, doch solche Spiele sollten wir eigentlich nutzen, um unser Mannschaftsspiel auszubauen. Da waren mir noch zuviele individuelle Aktionen dabei”, sagt Dietrich. “Mir wäre lieber gewesen, wenn wir mehr Phasenspiel über den Sturm gezeigt hätten”, fügte er hinzu.

So konnte er dem Union-Team auch nur 20 starke Minuten attestieren – von Mitte bis Ende der zweiten Hälfte. “Insgesamt war die zweite Halbzeit schon überzeugend”, sagte der Coach, zumal seine Mannschaft zur Pause nur mit 13:3 führte. Nach Wiederbeginn kam den Bremern entgegen, dass sich bei den Gastgebern erhebliche konditionelle Defizite bemerkbar machten. Die nutzten die Unioner vorrangig durch individuelle Läufe, um ihren Vorsprung auszubauen.

Im ersten Abschnitt sorgten Lars Briesenick mit seinem ersten Versuch überhaupt und Daniel Walker sowie Sönke Hinrichs mit einem Straftritt für die Punkte. Nach der Pause drehten die Bremer richtig auf und erhöhten Walker mit zwei weiteren Versuchen, Seekamp (2), Carpentier, Pham und Richards, bei einer Erhöhung durch Walker.

Niederlage wird Achtungserfolg

Von Rainer Jüttner

So richtig wussten die Spieler des Rugby-Regionalligisten Union 60 noch nicht, ob sie sich nun freuen oder ärgern sollten. Gerade eben hatten die Bremer gegen die Gäste von 08 Ricklingen/Wunstorf mit 0:55 verloren. Auf den ersten Blick ein Debakel, doch angesichts der außerordentlichen Dominanz, mit der Ricklingen/Wunstorf die Konkurrenz bislang reihenweise düpiert, fast schon so etwas wie ein Achtungserfolg.
Immerhin bedeutet dieses 0:55 die bisher knappste Niederlage aller Ricklinger Gegner. Denn unangefochten und vor allem mit 384:0 Ballpunkten führt die Mannschaft die Tabelle mittlerweile an. Klar, dass die Gäste auch gegen das Bremer Team als Topfavorit anreisten. “Gegen eine solche Mannschaft zu verlieren, ist wirklich kein Beinbruch. Wichtig war, dass wir trotz allem richtig gutes Rugby gezeigt haben”, sagte Union-Trainer Spencer Ryan. Wie gut sich die Bremer gegen das Topteam schlugen beweist der unter den genannten Voraussetzungen knappe 0:29-Rückstand 20 Minuten vor Ende der Partie. Bis dahin hatten die Unioner, angeführt vom vorbildlichen Kapitän Boris Hoffmann und Michael Wright auf der 15er-Position, sehr gut dagegen gehalten. “Wir haben sehr solide gespielt, ein auffallend großer Klassenunterschied war nicht zu entdecken”, sagte Ryan. Union setzte in dieser Begegnung auch verstärkt auf die jungen Spieler, bei denen sich verständlicherweise in einigen Szenen die fehlende Erfahrung offenbarte.

So bauten die Gäste ihren Vorsprung in den letzten 20 Minuten doch noch auf 55:0 aus. Ein Umstand, der Ryan dann doch etwas ärgerte. Denn der hatte sich fest vorgenommen, bei der einkalkulierten Niederlage unter 50 zu bleiben.

Am kommenden Sonnabend geht diesmal die Mannschaft von Union 60 als Favorit ins Spiel, denn beim bislang noch punktlosen Tabellenletzten SG Jesteburg/Geestacht bestehen gute Chancen auf einen Sieg.

Zu wenig Druck in der Offensive

Von Wiebke Hallerberg

Personell schlecht aufgestellt mussten die Rugby-Akteure von Union 60 beim DSV Hannover 78 II in der Regionalliga Nord antreten und verloren mit 20:29 (8:17). “Das war eines unserer schwächeren Spiele”, lautete das Fazit des Trainerstabs um Richard Dietrich, Spencer Ryan und Daniel Walker. In der ersten Halbzeit bestimmte der Gegner die Richtung, das Spiel fand größtenteils in der Bremer Hälfte statt. “Wir konnten unser Sturmspiel nicht finden”, erklärte Trainer Richard Dietrich den schlechten Start. Viele kleine Fehler führten zu folgenschweren Ballverlusten. Eine gute Phase in der zweiten Halbzeit ließ die Bremer nochmal bis zum 20:22 verkürzen. Drei Versuche brachten Torben Bühling, Moritz Hoffmann und Sven Blaha über die Linie. Eine Erhöhung und einen Strafkick schaffte Lennart Zwanziger.
Nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung musste kurz vor Ende des Spiels jeweils ein Akteur aus beiden Mannschaften das Feld verlassen. Drei Minuten vor Schluss gab es dann noch einen Versuch von DTV Hannover 78 II, der die Niederlage besiegelte. “Im nächsten Spiel ist der erste Sieg drin, ich hab's im Gefühl”, blickt Trainer Dietrich positiv auf die kommende Begegnung am 9. Oktober gegen den FC Schwalbe in der Pauliner Marsch.

Integration durch Sport

Von WESER-KURIER

Bremen (wk). In diesem Jahr ruft der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zum achten Mal den bundesweiten “Tag der Integration” aus. Rund um den 25. September 2011 soll auf die vielfältigen Maßnahmen und Aktivitäten des Programms “Integration durch Sport” in den einzelnen Bundesländern aufmerksam gemacht werden.

In Bremen und Bremerhaven werden über das Programm “Integration durch Sport” des Landessportbundes (LSB) Bremen unterschiedliche Aktivitäten von Stützpunktvereinen in Bremer und Bremerhavener Stadtteilen durchgeführt. Alle Sportangebote sind kostenlos. Die Angebotspalette der Sportvereine, die sich in besonderem Maße für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund engagieren, erstreckt sich von Fußballturnieren über Sport- und Spielfeste bis hin zu offenen Angeboten in den Sportstätten.

So veranstaltet der TSV Osterholz-Tenever Bremen auf der Bezirkssportanlage Schevemoor am Sonntag ab 10 Uhr ein Fußballturnier für Mädchen und Jungen zwischen neun und 13 Jahren. Eingeladen sind Vereins- und Straßenteams.

Gleich mehrere Sportangebote für unterschiedliche Altersgruppen werden vom TuS Huchting am Sonntag an unterschiedlichen Plätzen durchgeführt: Rugby für Kinder ab sechs Jahren (11 – 12 Uhr, Halle Luxemburger Str. 50), Tricking für Jugendliche und Erwachsene (15 – 18 Uhr, Halle Luxemburger Str.50) sowie ein offenes Boxtraining für Familien in der Boxzeile Huchting (11 – 13 Uhr, Robbenplate 23).

In Gröpelingen veranstaltet Tura Bremen in der Halle in der Lissaer Straße einen Bewegungsnachmittag für Kinder. Die Halle wird in eine Bewegungslandschaft mit verschiedenen Stationen verwandelt. Die Altersgruppe von fünf bis zwölf Jahren trifft sich in der Zeit von 13 bis 15 Uhr, Kinder bis vier Jahre von 15.30 bis 17.30 Uhr.

Bereits am Sonnabend veranstaltet der TuS Vahr von 15 bis 18 Uhr in der Halle in der Wilhelm-Leuschner-Straße einen Familiennachmittag unter dem Motto “Sport – Spiel – Spaß”, Kinder und Familien aus dem Quartier sind herzlich willkommen.

Vom LSB-Projekt “Sport gegen Gewalt und Intoleranz” werden an diesem Wochenende Fußballnächte in Marßel (Freitag ab 22 Uhr) und am Samstag ab 21 Uhr in Kattenturm veranstaltet.

Weitere Informationen zum Programm “Integration durch Sport” beim LSB Bremen gibt es bei Kirsten Wolf, Telefon 7928727, E-mail k.wolf@lsb-bremen.de.

Artikel im Weserkurier

Die letzten zehn Minuten entscheiden das Derby

Von Rainer Jüttner

Bremen. Das mit Spannung erwartete Derby in der Rugby-Regionalliga fand letztlich doch einen klaren Sieger. Mit 24:12 (5:0) setzte sich das leicht favorisierte Team von Bremen 1860 bei Union 60 durch. “Ein ausgeglichenes Spiel, das sich in den letzten zehn Minuten entschied. Da hat sich dann die insgesamt bessere Hintermannschaft und das Fünkchen an besserer Fitness duchgesetzt”, sagte 1860-Trainer John McLaughlin.

In die gleiche Kerbe schlug auch sein Gegenüber Spencer Ryan: “Wir haben im Sturm einfach zu wenig gezeigt, was sicherlich auch daran lag, dass unsere Bank zu dünn besetzt war. Das hat viel Kraft gekostet, was letztlich den verdienten Sieg von 1860 nicht schmälern soll.”

Moderate Töne nach einem intensiv geführten, aber keinesfalls unfairen Derby. Auch wenn sich Unioner Martin Garcia Blumentritt eine Kopfverletzung zuzog, die mit sieben Stichen genäht werden musste. Klar, dass er seiner Mannschaft fehlte. Bis zum 12:12 verlief die Partie sehr ausgeglichen. Die letzten zehn Minuten der Partie gehörten 1860. Aber erst als Aaron Bishell, der bis dato in der Abwehr geglänzt hatte, wegen gefährlichen Spiels vom Feld musste.

Das kompaktere Spiel, mit dem Union den Gästen den Rhythmus aufzwingen konnte, geriet gegen das offene, schnelle Auftreten von Bremnen 1860 mehr und mehr ins Hintertreffen. Davon profitierten die Gäste, bei denen Daniel Selling mit einem enormen Laufpensum glänzte. Er krönte seine Leistung mit einem Versuch. Für Bremen 1860 punkteten weiter Göran Werner, Steffen Kleemiß und Jason Edwards, zudem schafften Werner und Kristoffer Barth jeweils Erhöhungen.

Artikel im Weserkurier

Knappe Niederlage gegen die Exiles

Geschrieben von: Caroline Bünning
Veröffentlicht am 29.08.2011

Bremen. Fast wäre es den Regionalliga-Rugbyspielern von Union 60 gelungen, den Favoriten aus Hamburg zu besiegen. Am Ende verlor die Mannschaft um die Trainer Spencer Ryan, Richard Dietrich und Daniel Walker ganz knapp mit 12:13. Die Bremer Punkte resultierten aus zwei gelungenen Versuchen von Torben Döhle und Michael Sanguineti sowie einer Erhöhung durch Kirill Romanenko.

Trotz deutlicher Niederlagen (7:60, 0:52) in der Vorsaison reiste die Bremer Mannschaft motiviert zum ersten Saisonspiel. So entwickelte sich am Hamburger Barmwisch ein spannendes Match auf Augenhöhe. Die Bremer hätten die Partie sogar noch in der letzten Minute für sich entscheiden können: Ihnen wurde ein Straftritt zuerkannt, den sie jedoch nicht nutzten, um das Spiel noch zu drehen. “In solchen Situationen müssen wir einen kühlen Kopf bewahren”, so Spencer, der die deutliche Steigerung gegenüber der Vorsaison lobte. Trotzdem sieht er noch Defizite im Spiel seiner Mannen. So stand am Ende eine unglückliche Niederlage zu Buche, aus der der Trainer jedoch die Einstellung ins Spiel gegen den “Auf-und-Ab-Gegner” FC St. Pauli II am nächsten Sonnabend um 14 Uhr in der Pauliner Marsch retten möchte.

Artikel im Weserkurier

 

Union 60 Rugby gut vorbereitet

Geschrieben von: Wiebke Hallerberg
Veröffentlicht am 25.08.2011

Bremen. “Eine Woche weniger Training” überraschte Trainer Spencer Ryan in der Vorbereitung auf die kommende Saison in der Regionalliga Nord. Das erste Spiel findet bereits am kommenden Sonntag, 28. August, um 15 Uhr bei Exiles Hamburg statt und nicht wie gewohnt am ersten Septemberwochenende.

Doch die Akteure von Union 60 sind mit den zwei Neuzugängen Daniel Walker, der auch den Trainerstab unterstützen wird, und Max Beckmann, der nach einer Schulterverletzung zurückkehrt, gut besetzt. Zudem wird das Team durch vier nachrückende Spieler aus den Jugendmannschaften unterstützt.

Die Vorbereitung ist mit drei Turniersiegen in Varrel, Oldenburg und Bremen erfolgreich verlaufen. Einen großen Teil dazu tragen die Trainer Richard Dietrich und Neuzugang Daniel Walker bei. “Richard dirigiert von der Seitenlinie und Daniel hat den Jungs aggressiveres Spiel beigebracht”, lobt Spencer Ryan die gute Arbeit seines Trainerstabs. Besonders erfreulich seien auch die vielen Bremer Spieler, die eine positive Entwicklung für die Mannschaft und den Bremer Rugbysport verzeichnen lassen. Nachdem Union 60 in der vergangenen Saison nur den vorletzten Platz in der Regionalliga Nord belegte, will sich das Team diesmal mit einer erfahreneren Mannschaft im oberen Drittel platzieren. Doch die Konkurrenz ist stark: Eine aus personellen Gründen abgestiegene Mannschaft aus der zweiten Bundesliga und eine Reservemannschaft aus der ersten Bundesliga sind neu dazugekommen.

“Früher waren wir die großen, schweren Jungs. Jetzt sind wir eine homogene Mannschaft geworden”, betont Ryan die Stärke seines Teams. Den Lokalrivalen Bremen 1860 bezeichnet Ryan als “gesunde Konkurrenz” und freut sich schon auf die immer “hartumkämpften” Duelle der Bremer Regionalligisten. Rugbyfans können sich bereits auf das Derby am 17. September auf dem Rasen von Union 60 freuen.

Artikel im Weserkurier

 

Ergebnisse des 5. Spieltages der Bremer 7er Liga:

17 : 00 Union 60 Bremen – GVO Rugby Union Oldenburg
12 : 12 FC Rastede – TSV Karlshöfen
48 : 00 Union 60 Bremen – TSV Karlshöfen
20 : 07 GVO Rugby Union Oldenburg – FC Rastede
46 : 00 Union 60 Bremen – FC Rastede
22 : 00 GVO Rugby Union Oldenburg – TSV Karlshöfen

Union60 gewinnt das Turnier deutlich mit 111:0 Punkten und macht damit einen großen Sprung in der Tabelle der Bremer 7er Liga. Oldenburg wird 2. vor Rastede und Karlshöfen. Der nächste und damit 6. und letzter Spieltag der 2010/2011 Saison wird beim FC Rastede am 14. August ab 11 Uhr stattfinden.
Die neue Saison der Bremen 7er Liga startet aber schon am 10. oder 11. September mit nun 12 statt 8 gemeldeten Teams.

 

Ein blauer Fleck als Souvenir

Geschrieben von: Liane Janz
Montag, 18. Juli 2011

Peterswerder. Nach einigem Suchen auf der großen Sportanlage bin ich am Ziel. Mit den Worten „Hier komm’, zieh’ dir mal das Trikot an. Das T-Shirt reißt bloß“ empfängt mich Nina Corda. Im Rugby geht es eben nicht gerade zimperlich zu, und die Trikots, die die Damen tragen, halten doch einiges mehr aus, als mein herkömmliches Baumwollshirt. Nina gibt mir dann auch noch eine Hose zum Trikot, die ich einfach über meine Jogging-Hose ziehe. Eine andere Spielerin leiht mir noch Stollenschuhe – und dann kann es losgehen.
Nina spielt Rugby bei Union 60 und das probiere ich auch mal aus. Das Training leitet Coach Gerd Gessler. Zunächst geht es mit einfachem Passen los. Alle acht Spielerinnen, Gerd und ich – stellen sich im Kreis auf und werfen sich den Ball zu. Gerd steht neben mir. „Wenn du deine Hände offen nebeneinander hältst, die Daumen zueinander, dann kannst du den Ball besser annehmen“, sagt er mir und zeigt auch gleich, was er meint. Außerdem soll ich den Ball beim Fangen und Passen vor dem Bauch führen – also beispielsweise mit beiden Händen auf Höhe der rechten Taille annehmen und über den Bauch nach links weiterspielen. So weit, so gut.

Dann bringt Gerd noch einen zweiten und später einen dritten Ball ins Spiel. Gepasst wird reihum. „Jetzt mal alle durcheinander. Nennt den Namen von der Spielerin, zu der ihr passen wollt“, sagt Gerd plötzlich. Und jetzt bekomme ich ein Problem. Nina kenne ich ja, weil sie mich ausgestattet hat. Mit Lena habe ich den Termin vereinbart und Kim habe ich am Spielfeldrand bei einigen Herrenspielen kennengelernt. Den Rest habe ich zwar auch schon mal irgendwann gesehen, aber bisher sind die Frauen für mich nur Gesichter ohne Namen. Anna, Anne, Nadine, Feline und Nathalie stellen sich mir vor – und mein Kurzzeitgedächtnis arbeitet auf Hochtouren. Letztlich funktioniert das aber besser als meine Zielgenauigkeit. Zwar fällt mir meistens der richtige Name zu einem Gesicht ein, doch der Ball landet trotzdem woanders. Na ja, jeder fängt mal an.

Diese Übung war noch vergleichsweise einfach, zum Aufwärmen sozusagen. Gerd Gessler teilt uns nun in zwei Teams ein. Jedes Team soll für sich das Passen während des Laufens trainieren. Alle stehen hintereinander in einer Reihe. Die Erste hat den Ball. Die Zweite sagt an, zu welcher Seite die Erste den Ball passen soll. Und dann heißt es: Laufarbeit. „Rechts“ ruft die Nummer zwei. Alle Spielerinnen dahinter müssen sich nun zum einen nach rechts auffächern und zum anderen nach vorn laufen und Anschluss halten. Dann wird durchgepasst und ich merke wieder einmal, dass Leichtathletik noch nie meine Stärke war. Ich bin die Letzte in der Reihe, verliere den Anschluss an Kim und muss sprinten, um den Ball noch zu bekommen. Das Spielchen wiederholt sich einige Male. Nur wenn ich an zweiter oder dritter Stelle stehe, gelingt das Zuspiel. Wenn die Letzte den Ball hat, geht’s von vorn los.

So laufen wir einige Male über den Platz, bis Gerd zur nächsten Trainingseinheit aufruft: Tackling. Davor hatte ich mich ein wenig gefürchtet.

Nina übernimmt das Tackle-Kissen. Wir sollen in sie hineinlaufen. „Du gehst tief. Dann legst du dich hin und schiebst den Ball raus, damit dein Support ihn aufnehmen kann“, erklärt mir Gerd. Aber erst hinlegen und dann den Ball wegschieben, nicht vorher schon den Ball fallen lassen. So weit die Theorie.

In der Praxis habe ich zum einen Hemmungen, Nina aus vollem Lauf zu rammen – daran ändert auch das Kissen nichts – und zweitens fällt mir der Ball etliche Male bereits aus der Hand, bevor ich am Boden liege. Dann legt Nina das Kissen weg, die Übung bleibt die gleiche, nur dass ich nun vorher den Ball im Lauf zugespielt bekomme und hinter mir zwei weitere Spielerinnen laufen, um mich zu unterstützen und den Ball zu sichern. Nina wird versuchen, ihn mir wegzunehmen.

„Du kannst ruhig richtig in mich reinlaufen. Das macht mir nichts aus“, versichert sie mir. Angst ihr weh zu tun, habe ich trotzdem. Und deshalb brauche ich auch ein paar Anläufe, bis ich mich tatsächlich richtig in sie reinwerfe.

Wenn ich in sie reingeknallt bin, muss ich versuchen, mich auf den Boden zu legen und im besten Fall ziehe ich sie mit runter. Dadurch kann sie den Ball dann auch nicht spielen. Allerdings ist Nina wesentlich kräftiger als ich und es gelingt ihr einige Male, mich so festzuhalten, dass ich nicht zu Boden gehen kann. Gleichzeitig zerren wir beide heftig am Ball. Diese Art von Kraft musste ich bisher noch nie aufwenden.

Nach dieser Übung trainieren wir auf Sand weiter. Gerd zeichnet eine Fläche in den Sand. Feline und ich knien uns dort hinein, den Ball in der Mitte. Dann sollen wir miteinander ringen, um den Ball zu erobern und ihn hinter der Auslinie ablegen zu können. Das macht in dem Moment sogar Spaß, die Auswirkungen merke ich erst einen Tag später: Als ich die Treppen im Pressehaus herunterlaufe, knackt es ordentlich in beiden Knien.

Zum Abschluss des Trainings spielt Gerd mit uns Beach-Rugby. Drei gegen drei. Nina schenkt mir einen Mundschutz, der allerdings mehr stört als schützt, weil er noch nicht angepasst ist. „Den musst du kurz in heißes Wasser halten und dann fest an deinen Oberkiefer drücken, um ihn anzupassen“, erklärt Anne mir. „Mach das mal und dann kommst du wieder“, sagt Nina zum Abschied.

Und ich muss gestehen, dass das Training nicht halb so brutal ist, wie es die Herrenspiele vermuten lassen. Klar habe ich einen blauen Fleck als Souvenir – beim Tackle-Training ist mir jemand auf mein Bein getreten – aber Spaß hat es trotzdem gemacht.

Interessierte Frauen, die den Sport einmal ausprobieren möchten, können dienstags um 19.30 Uhr in der Pauliner Marsch mittrainieren. Die Rugby-Damen spielen in der Regionalliga und sind immer auf der Suche nach Verstärkung. Weitere Informationen im Internet unter www.rugby-bremen.de.

Nachzulesen im Weserkurier

Die Taktik von 1860 geht besser auf

Geschrieben von: Liane Janz
Montag, 18. April 2011 um 10:10 Uhr

Starker Sturm trifft auf schnelle Hintermannschaft: Die Spielsysteme hätten im Derby der Rugby-Regionalliga zwischen Bremen 1860 und Union 60 kaum unterschiedlicher ausfallen können. Union liebt das enge Sturmspiel mit kurzen Pässen. 1860 macht die Räume dagegen lieber weit und damit den Weg für die schnellen Backs frei. Im Stadtduell ging die 1860-Taktik besser auf. Die gastgebenden Schwachhauser gewannen 37:13 (17:6).

Die ersten Punkte im Spiel machte frühzeitig Union. Wegen eines technischen Vergehens sah der 1860er Duncan Helfrich die gelbe Karte und musste für zehn Minuten vom Platz. Für Union gab es einen Straftritt, den Philipp Ulrich mühelos zum 3:0 verwandelte. Wenige Minuten später glich Göran Werner für das Heimteam ebenfalls per Straftritt aus. Als kurz darauf Yanick Savov den ersten Versuch für Bremen 1860 legte, war der Knoten geplatzt. In der ersten Spielhälfte machten vor allem die Ulrich, Savov und Werner auf sich aufmerksam. Savovs ersten Versuch erhöhte Göran Werner zum 10:3. Anschließend verkürzte Philipp Ulrich wiederum mit einem Straftritt, und kurz vor der Pause war es erneut Yanick Savov, der mit einem weiteren Versuch die Führung ausbaute. Göran Werner erhöhte zum 17:6-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Bremen 1860 hielt Union von seinem Malfeld fern und machte seinerseits weiter Punkte durch Versuche von Inti Haase, Felix Buck und Lasse Kölsch. Für die Kicks war Göran Werner verantwortlich, der mit einer Ausnahme alle Erhöhungen und einen weiteren Straftritt verwandelte. Als Mitte der zweiten Halbzeit der Unioner Claas Seekamp wegen einer Verletzung vom Platz musste, wechselte Union-Coach Spencer Ryan sich kurzerhand selbst ein und brachte frischen Wind ins Unioner Spiel, während 1860 sich ein wenig zurückzog. In der Folge gelang Thomas Hoppe der einzige Unioner Versuch, den Ian Scott zum 13:37-Endstand erhöhte.

 

Wie sooft: Union verschläft den Start

Geschrieben von: Liane Janz
Montag, 28. März 2011 um 19:40 Uhr

Die Probleme, die Union 60 schon die ganze Saison in der Rugby-Regionalliga Nord begleiten, waren auch am jüngsten Spieltag nicht zu beheben. Zum einen beklagen die Bremer nach wie vor viele Verletzte, zum anderen verschlafen sie gern Mal den Beginn des Spiels. Gegen die Hamburg Exiles RFC führte das zu einer 0:52 (0:24)-Niederlage.

Die Gäste spielten von Beginn an dominant auf, bereits nach drei Minuten gingen sie in Führung und bauten diese kontinuierlich aus. Nach der Halbzeitpause liefen es bei den Gastgebern streckenweise zumindest in Ansätzen besser. Das änderte jedoch nichts daran, dass die Hamburger nach wie vor die Lücken in der Union-Defensive erspähten und gnadenlos ausnutzten. Zudem machten sie mit langen Kicks viele Meter gut. Union-Coach Richard Dietrich sieht vor allem im mentalen Bereich Verbesserungsmöglichkeit “Wir müssen es schaffen, nicht immer den Beginn des Spiels zu verschlafen”, sagte er.

Notiz am Rande: Der Schiedsrichter konnte nach 20 Minuten aufgrund körperlicher Beschwerden nicht weiter pfeifen, dafür musste Union-Trainer Richard Dietrich einspringen.

 

Unions Sturm nur ein laues Lüftchen

Geschrieben von: Liane Janz
Dienstag, 15. März 2011 um 18:11 Uhr

An den Grenzen ihrer Kräfte spielten die Rugbyherren von Union 60 am Wochenende bei den Welfen Braunschweig. Die Partie in der Regionalliga Nord bezeichnete Union-Coach Richard Dietrich als ein sehr hartes Spiel: “Wir wussten zwar, dass Braunschweig einen starken Sturm hat, aber deren tatsächliche Stärke hat uns dann doch etwas überrascht.” Die Unioner brauchten eine Halbzeit lang, um sich darauf einzustellen und verloren letztlich klar mit 0:29 (0:22).

Braunschweig verwandelte recht früh einen Straftritt, was die Bremer aus dem Konzept brachte. Da ihr eigener Sturm, dem sie den Sieg zum Auftakt der Rückrunde verdankten, gegen die Welfen nicht viel ausrichten konnte, versuchten sie das Spiel über die Hintermannschaft aufzubauen. Doch auch das gelang nur mäßig, da im Sturm bereits viele Bälle verloren wurden. “In der ersten Halbzeit haben wir fast nur in unserer eigenen Hälfte verteidigt”, sagte Dietrich. Nach dem Seitenwechsel hatten sich seine Mannen weitestgehend auf das Braunschweiger Spielsystem eingestellt und drangen nun auch mal in des Gegners Hälfte vor. Ein Versuch gelang ihnen aber auch in dieser Phase nicht. Auf der Gegenseite gestatteten sie aber auch dem Gegner nur noch wenige Chancen.